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"Es liegt daran, dass ich so jung aussehe – die Leute stehen leider darauf"

Die Plattform OnlyFans hat 377 Millionen Nutzer und 4,6 Millionen Content-Creators. Eine davon ist Piper Rockelle. Sie hat dort nach eigenen Worten in den ersten 24 Stunden 3 Mio. Dollar verdient. Nun erzählt sie, wie das funktioniert. Einblick in eine verstörende Welt.

Von Martin Kubesch
"Es liegt daran, dass ich so jung aussehe – die Leute stehen leider darauf"
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WAFFENRUHE VERLÄNGERT 60-Tage-Deal, Okay von Trump fehlt

Worum geht es? Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA könnte es zu einem Durchbruch gekommen sein. Axios berichtet von einer Einigung über eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage und die Aufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.

Aber? Es fehlt noch das Okay von US-Präsident Donald Trump, auch die iranische Seite hat den Deal noch nicht bestätigt.

Was passierte davor? Die USA haben am Donnerstag erneut Ziele im Iran angegriffen – trotz einer offiziell geltenden Waffenruhe. Washington erklärte, die Angriffe seien "rein defensiv" gewesen. Die Verhandlungen über einen Frieden würden weitergehen.

Was ist damit gemeint? Die Attacken, sagen die Amerikaner, hätten lediglich dazu gedient, den bestehenden Waffenstillstand aufrechtzuerhalten. Iran spricht dagegen von einer klaren Verletzung der Feuerpause und droht erneut mit Vergeltung.

Was ist das große Bild? Die neuen Angriffe zeigen, wie fragil die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran inzwischen geworden ist.

Was genau griffen die USA an? Laut US-Militär wurden mehrere iranische Drohnen abgeschossen, die sich in der Nähe der Straße von Hormus befanden. Anschließend bombardierten amerikanische Kampfjets eine iranische Kontrollstation bei Bandar Abbas im Süden des Landes.

Warum? US-Offizielle behaupten, von dort habe unmittelbar ein weiterer Drohnenangriff auf amerikanische Streitkräfte und Handelsschiffe gedroht.

Warum sprechen die USA trotzdem von "defensiven" Angriffen? Das Pentagon argumentiert, die Einsätze hätten nicht der Eskalation gedient, sondern seien reine Selbstverteidigung gewesen.

Was ist der Wortlaut? Amerikanische Militärsprecher erklärten, man habe "angemessene, defensive Maßnahmen" durchgeführt, um amerikanische Soldaten und die internationale Schifffahrt zu schützen. Gleichzeitig betont Washington, die Waffenruhe mit Iran bestehe formal weiterhin.

Wie reagierte der Iran? Die Revolutionsgarden warnten unmittelbar nach den Angriffen vor einer weiteren Eskalation. Teheran erklärte, die USA hätten den Waffenstillstand verletzt und müssten mit "stärkerer Vergeltung" rechnen, falls die Angriffe fortgesetzt würden.

Gab es Vergeltung? Iranische Staatsmedien meldeten Drohnen- und Raketenaktivitäten gegen amerikanische Einrichtungen in der Golfregion.

Gibt es überhaupt noch einen Waffenstillstand? Formal ja – praktisch wirkt die Waffenruhe inzwischen äußerst brüchig. Die aktuelle Feuerpause besteht seit dem 8. April und wurde unter Vermittlung mehrerer Golfstaaten sowie Pakistans erreicht.

"ECHT DER BESTE CHEF“ Epstein-Assistentin gibt sich ahnungslos

Worum geht es? Niemand kommt in den Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein häufiger vor als sie. Nun hat der Guardian das Leben von Lesley Groff anhand der Unterlagen nachgezeichnet.

Wer ist Groff? Sie war fast zwei Jahrzehnte lang Epsteins ranghöchste Assistentin. Die zentrale Frage lautet nun: Wie viel wusste sie über das System sexueller Ausbeutung – und wie viel hätte sie wissen müssen?

Wer will das wissen? Plötzlich, nach Jahren des Stillschweigens, auch der US-Kongress. Er sandte am 3. März 2026 ein Schreiben an Groff mit der Bitte, am 9. Juni zu einer Anhörung in Washington zu erscheinen.

Was weiß man über ihr Leben? Lesley Groff arbeitete ab 2001 als Executive Assistant und Büroleiterin für Jeffrey Epstein in New York. Sie organisierte Termine, Reisen, Flugpläne, Gäste, Kommunikation und den Alltag des Sexualstraftäters.

Wie oft kommt sie in den Akten vor? Laut der Unterlagen des US-Justizministeriums erscheint ihr Name rund 160.000 Mal in den Akten.

Warum gerät sie jetzt so stark in den Fokus? Nach der Veröffentlichung neuer ungeschwärzter Akten wächst der Druck auf Epsteins engstes Umfeld. Die Dokumente zeigen, wie zentral Groff für die Organisation seines Lebens war.

Was behauptet Lesley Groff selbst? Sie bestreitet bis heute jede Mitwisserschaft. Ihr Anwalt erklärte mehrfach: "She did not know." Groff sagte dem FBI 2021, sie habe die "Massagen" für völlig normal gehalten und nichts von sexueller Ausbeutung gewusst.

Warum halten viele Beobachter das für schwer glaubwürdig? Die veröffentlichten E-Mails zeigen Groff als zentrale Schaltstelle in Epsteins Netzwerk. Sie organisierte Reisen junger Frauen, Aufenthalte auf Epsteins Inseln, Flüge im Privatjet, Hotelbuchungen und Tagesabläufe.

Was verdiente sie? 2005 wurde ihr Jahresgehalt laut Unterlagen auf 120.000 Dollar angehoben. Es gab Vergünstigungen wie einen Florida-Urlaub im Fünfsternhotel. "Echt der beste Chef überhaupt," schrieb Groff einmal in einem E-Mail.

Was wurde mitgekauft? Schweigen. Bei Verstößen drohte eine Pönale von 100.000 Dollar. Dazu ein paar Eigenheiten. Wenn Groff für Epstein Kinokarten gekauft hatte, durfte sie ihn am nächsten Tag nicht fragen, ob ihm der Film gefallen hat.

Wurde Groff jemals angeklagt? Nein. Obwohl sie bereits im berüchtigten Epstein-Deal von 2007 als mögliche Mitverschwörerin genannt wurde, erhoben die Behörden nie Anklage gegen sie.

Welche Rolle spielten Frauen im System generell? Der Guardian beschreibt ein stark patriarchales Netzwerk, in dem Frauen oft organisatorische Rollen übernahmen, aber selbst kaum Macht hatten. Assistentinnen wie Groff oder Sarah Kellen passten ins Bild.

Was sagt Sarah Kellen? Die frühere Epstein-Assistentin erklärte kürzlich vor einem Kongressausschuss, sie selbst sei ebenfalls Opfer von Missbrauch gewesen. Sie schilderte ihren Ex-Chef als kontrollierend, manipulativ, psychologisch zerstörerisch.

Wo lebt Groff heute? Seit Epsteins Tod im August 2019 ist sie fast völlig von der Bildfläche verschwunden und kommuniziert nur über ihre Anwälte. Sie lebt zurückgezogen in Connecticut.

WUCHER UM WM-TICKETS Nun ermitteln US-Behörden gegen FIFA

Worum geht es? Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Die Generalstaatsanwälte von New York, New Jersey und Kalifornien haben nun Ermittlungen gegen die FIFA eingeleitet.

Warum? Im Zentrum stehen Vorwürfe, dass die Ticketpreise für die Fußball-WM 2026 künstlich in die Höhe getrieben wurden und Fans durch verwirrende Ticketverfahren irregeführt worden seien.

Was steht im Fokus? Besonders betroffen sind die Spiele im MetLife Stadium in New Jersey, darunter auch das WM-Finale. Die Behörden sprechen von "fake scarcity" – also künstlich erzeugter Verknappung – sowie von "impossibly high prices".

Was werfen die Behörden der FIFA konkret vor? Sie vermuten, dass FIFA Ticketpreise mithilfe dynamischer Preisgestaltung massiv verteuert hat, künstliche Knappheit erzeugte, Fans über Sitzplätze täuschte und den Verkaufsprozess unnötig kompliziert gestaltete.

Was beklagen Fans? Sie berichteten laut Behörden, sie hätten Tickets für bestimmte Kategorien gekauft und später schlechtere Sitzplätze erhalten als ursprünglich angekündigt.

Was ist "dynamische Preisgestaltung"? Zum ersten Mal in der Geschichte einer Männer-WM verwendet FIFA ein sogenanntes Dynamic Pricing System. Dabei verändern sich Ticketpreise laufend je nach Nachfrage – ähnlich wie bei Flugtickets oder Konzertkarten.

Wie teuer sind die Tickets inzwischen? Die Preise sorgten weltweit für Empörung. Die FIFA stellte ursprünglich Gruppenspiele ab rund 60 Dollar und Finaltickets ab etwa 1.500 Dollar in Aussicht.

Aber? Inzwischen kosten manche Karten über 2.000 Dollar für Vorrundenspiele und bis zu fast 33.000 Dollar für das Finale. Bereits vor Turnierbeginn gilt die WM damit als teuerste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten.

Warum konzentrieren sich die Ermittlungen auf New Jersey? Das MetLife Stadium in East Rutherford bei New York ist einer der wichtigsten WM-Spielorte. Dort finden acht Spiele statt, darunter das Finale am 19. Juli.

Was genau untersuchen die Behörden? Die Generalstaatsanwälte forderten die FIFA per Vorladung auf, Informationen über Preisgestaltung, Ticketverfügbarkeit, Sitzplatzänderungen, Wiederverkaufsplattformen und interne Kommunikation zu liefern.

Was ist das Ziel? Untersucht wird, ob FIFA gegen amerikanische Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat.

Wie verteidigt sich die FIFA? Der Weltfußballverband äußerte sich bislang nur sehr zurückhaltend. Präsident Gianni Infantino verteidigte die hohen Preise zuletzt mit dem Hinweis, man habe: "Marktraten anwenden müssen".

TRUMP AUF GELDSCHEIN Groteske um Banknote über 250 Euro

Worum geht es? In den USA ist ein ungewöhnlicher Machtkampf um einen geplanten 250-Dollar-Schein mit Donald Trump eskaliert, berichtet die Washington Post.

250 Dollar? Laut Post drängten mehrere von Trump eingesetzte Beamte im Finanzministerium darauf, den früheren und jetzigen Präsidenten auf eine neue Banknote zum 250-jährigen Bestehen der USA zu setzen.

Wie sehen das Kritiker? Sie sprechen von politischer Einflussnahme und einem Angriff auf jahrzehntealte Traditionen amerikanischer Währungspolitik.

Gibt es Widerstand? Ja, aber die Druckereileiterin, die sich dem Vorhaben widersetzt hatte, sagte, sie sei letzten Monat versetzt worden. "Hier wurde die Verantwortung beendet", schrieb sie in ihrer Abschiedsnachricht.

Was genau ist geplant? Konkret geht es um einen neuen Banknote, die zum "America 250"-Jubiläum 2026 erscheinen soll. Mehrere republikanische Politiker und Trump-Verbündete fordern, dass darauf Donald Trump abgebildet wird.

Ist das der einzige Tabubruch? Nein, zusätzlich kündigte das Finanzministerium bereits an, dass Trumps Unterschrift künftig auf neuen Dollarnoten erscheinen soll – etwas, das es bei einem amtierenden Präsidenten bislang nie gab.

Warum ist das so ungewöhnlich? Nach amerikanischer Tradition dürfen lebende Personen grundsätzlich nicht auf US-Banknoten erscheinen. Diese Regel existiert seit dem 19. Jahrhundert und soll Personenkult verhindern.

Was bedeutet das historisch? Würde Trump tatsächlich auf einen neuen Geldschein gedruckt, wäre er der erste lebende aktuelle oder ehemalige Präsident in der Geschichte der USA auf offizieller Währung.

Wer treibt das Projekt voran? Die Initiative stammt offiziell von republikanischen Kongressabgeordneten rund um Joe Wilson aus South Carolina. Er brachte bereits 2025 den "Donald J. Trump $250 Bill Act" ins Repräsentantenhaus ein.

Was steht im Gesetz? Es würde einen neuen 250-Dollar-Schein schaffen und gleichzeitig das Verbot lebender Personen auf US-Währung aufheben.

Gibt es den 250-Dollar-Schein überhaupt schon? Nein. Der Schein existiert bislang nur als Gesetzesvorschlag und als symbolische Entwürfe. Teilweise kursieren KI-generierte Bilder und Mock-ups im Internet. Offiziell müsste zunächst der Kongress zustimmen.

Wie realistisch ist die Umsetzung? Derzeit gilt das Projekt politisch als schwierig. Zwar kontrollieren Republikaner große Teile Washingtons, doch selbst konservative Juristen äußern Bedenken. Zudem müsste der Kongress zustimmen und die Federal Reserve eingebunden werden.

WECHSELT CDU KANZLER AUS? Wilde Gerüchte in Deutschland

Worum geht es? Mutmaßlich handelt es sich um eine Phantomdebatte, aber allein der Umstand, dass es diese Diskussion gibt, sollte bei den Betroffenen die Alarmsirenen angehen lassen.

Wovon ist die Rede? In der CDU kursieren plötzlich Gerüchte über einen möglichen Kanzlerwechsel von CDU-Kanzler Friedrich Merz zu Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Was sind die Auslöser? Schlechte Umfragewerte der schwarz-roten Bundesregierung, stockende Reformen und wachsende Nervosität in der Union.

Was sagt die CDU? Offiziell weist die Union die Spekulationen scharf zurück – intern wird jedoch offenbar längst darüber gesprochen, ob Wüst als "Reservekanzler" bereitstehen könnte.

Warum entstehen plötzlich Gerüchte? Friedrich Merz steht nach gut einem Jahr im Kanzleramt massiv unter Druck. Die Koalition mit der SPD gilt als konfliktreich, wichtige Reformen kommen nur schleppend voran und die AfD legt in Umfragen weiter zu.

Was ist das Problem der Partei? Innerhalb der Union wächst deshalb die Sorge, Merz könne die Partei in die nächste Wahlkrise führen. Medien wie Spiegel, Zeit, Stern und Bild berichten inzwischen offen über Diskussionen in CDU-Führungskreisen.

Warum ausgerechnet Hendrik Wüst? Er gilt in der CDU seit Jahren als mögliche Zukunftsfigur: Jünger als Merz, pragmatischer, konfliktärmer und erfolgreicher im Umgang mit Grünen und politischen Gegnern.

Was war der konkrete Auslöser der Debatte? Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt zuletzt eine Reise Wüsts nach Polen. Dort sagte er laut Hauptstadtjournalisten sinngemäß, natürlich könne jeder nordrhein-westfälische Ministerpräsident theoretisch auch Kanzler werden.

Was war die Folge? In Berlin wurde dies sofort als mögliches Signal interpretiert. Anschließend begannen Medienberichte über angebliche "Einwechselkanzler"-Szenarien.

Wie reagierte das Umfeld von Merz? Sehr aggressiv. Aus dem Kanzlerumfeld hieß es laut mehreren Medien, solche Spekulationen seien "gefährliche Zündelei und würden: "das Geschäft der AfD betreiben".

Was fiel auf? Besonders bemerkenswert war die ungewöhnlich schnelle und scharfe Reaktion des Kanzleramts – was viele Beobachter wiederum als Zeichen großer Nervosität werteten.

Hat Merz selbst darauf reagiert? Nur indirekt. Bei einem CDU-Auftritt in Arnsberg erklärte Merz: "Deutschland hat die Kraft für einen neuen Aufbruch." Er betonte außerdem seine persönliche Entschlossenheit als Kanzler und sprach von der "Verantwortung dieses Amtes".

Wie realistisch wäre ein Kanzlerwechsel überhaupt? Rein verfassungsrechtlich wäre er möglich. CDU/CSU und SPD verfügen gemeinsam über eine Mehrheit im Bundestag.

Gab es das schon? Würde Merz freiwillig zurücktreten oder innerparteilich zum Verzicht gedrängt, könnte die Koalition einen neuen Kanzler wählen – ähnlich wie 1974 beim Wechsel von Willy Brandt zu Helmut Schmidt.

MORD AN 12-JÄHRIGER Täterinnen müssen Schmerzensgeld zahlen

Worum geht es? Drei Jahre nach dem Mord an der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg hat das Landgericht Koblenz entschieden, dass die beiden Täterinnen Schmerzensgeld und weitere Entschädigungen zahlen müssen.

Warum nur Schmerzensgeld? Die Mädchen waren zur Tatzeit erst 12 und 13 Jahre alt und deshalb strafunmündig. Ein Strafprozess fand nie statt.

Aber? Nun stellte das Gericht jedoch fest: Zivilrechtlich haften die beiden Jugendlichen trotzdem für die Tat und deren Folgen. Der Fall gehört zu den emotional aufwühlendsten Gewaltverbrechen der vergangenen Jahre in Deutschland.

Was genau hat das Gericht entschieden? Das Landgericht Koblenz sprach den Eltern und der Schwester von Luise die Entschädigungen zu. Außerdem müssen die Täterinnen für Beerdigungskosten aufkommen.

Um wie viel Geld geht es? Die genaue Höhe wurde zunächst nur teilweise bekannt, insgesamt ging es im Verfahren um Forderungen von rund 160.000 bis 180.000 Euro.

Warum gab es keinen Strafprozess? In Deutschland beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Deshalb wurden die Ermittlungen 2023 eingestellt, obwohl die beiden Freundinnen die Tat gestanden hatten.

Was war die Folge? Das führte damals bundesweit zu einer heftigen Debatte über eine mögliche Senkung der Strafmündigkeitsgrenze.

Warum konnten die Täterinnen trotzdem verklagt werden? Im Zivilrecht gelten andere Regeln als im Strafrecht. Kinder können bereits vor dem 14. Geburtstag für Schäden haftbar gemacht werden, wenn sie die sogenannte "Verantwortungsreife" besitzen.

Was versteht man darunter? Sie konnten verstehen, dass ihre Handlung Unrecht war. Genau diese Frage musste das Gericht nun klären. Offenbar kam die Kammer zu dem Schluss, dass die Mädchen die Folgen ihres Handelns grundsätzlich begreifen konnten.

Was war damals passiert? Luise verschwand am 11. März 2023 nach einem Besuch bei einer Freundin in Freudenberg im Siegerland. Einen Tag später wurde ihre Leiche in einem Waldstück an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gefunden.

Was ergab die Obduktion? Dass Luise durch 74 Messerstiche und massivem Blutverlust starb. Die beiden Täterinnen waren Freundinnen und Mitschülerinnen des Opfers.

Warum erschütterte die Tat Deutschland so sehr? Zum Alter kam die extreme Brutalität der Tat. Richter schilderten im Zivilprozess verstörende Details über die Vielzahl der Messerstiche und den mutmaßlich längeren Todeskampf des Mädchens.

Welche Rolle spielten Chatverläufe? Im Prozess wurde bekannt, dass die Tat offenbar teilweise geplant war. Laut Gericht hatten die Mädchen zuvor im Internet zur Strafmündigkeit recherchiert. Außerdem tauchten Chatnachrichten auf, die auf Vorüberlegungen zur Tat hindeuteten.

Warum war die Leidensdauer von Luise im Prozess so wichtig? Ein zentraler Streitpunkt im Zivilverfahren war die Frage, wie lange Luise nach den Angriffen noch bei Bewusstsein war und wie stark sie litt. Davon hängt im deutschen Zivilrecht die Höhe möglicher Schmerzensgeldansprüche ab.

Müssen die Eltern der Täterinnen zahlen? Nein, grundsätzlich nicht automatisch. Nach deutschem Recht haften Eltern nicht generell für die Schulden ihrer Kinder. Die Forderungen richten sich zunächst gegen die Täterinnen selbst.

EU-STRAFE FÜR TEMU China-Konzern soll 200 Millionen zahlen

Worum geht es? Die EU-Kommission hat gegen die chinesische Shopping-Plattform Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt.

Warum? Brüssel wirft dem Unternehmen vor, den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf seiner Plattform nicht ausreichend kontrolliert zu haben.

Was ist das große Bild? Es handelt sich um eine der bisher größten Strafen nach dem europäischen Gesetz über digitale Dienste, dem sogenannten Digital Services Act (DSA). Die Entscheidung gilt als deutliches Signal gegen chinesische Billigplattformen und deren Geschäftsmodelle.

Warum wurde Temu bestraft? Laut EU-Kommission habe Temu die Risiken für Verbraucher "nicht ordnungsgemäß bewertet". Besonders kritisiert wurde der Verkauf gefährlicher Produkte, unzureichende Sicherheitskontrollen, mangelhafte Risikoberichte und zu schwache Maßnahmen gegen illegale Händler.

Welche Produkte waren besonders problematisch? Bei Testkäufen fanden EU-Ermittler unter anderem unsichere Ladegeräte, Babyspielzeug mit giftigen Chemikalien, Produkte mit verschluckbaren Kleinteilen und Elektronik ohne EU-Zulassung.

Warum ist die Strafe so bedeutend? Es ist erst die zweite große Geldstrafe überhaupt unter dem neuen europäischen Digital Services Act. Zuvor hatte die EU nur Elon Musks Plattform X sanktioniert.

Was ist der Digital Services Act? Der DSA ist eines der wichtigsten neuen EU-Digitalgesetze. Sie verpflichtet große Plattformen dazu, illegale Inhalte zu bekämpfen, Verbraucher zu schützen, transparente Algorithmen einzusetzen und problematische Händler schneller zu entfernen.

Wie hoch sind die Strafen? Bei schweren Verstößen drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Wie viele Nutzer hat Temu in Europa? Nach Angaben der EU inzwischen rund 130 Millionen. Laut Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Kleinsendungen in die EU. Ein großer Teil davon stammt von Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress.

ASTON MARTIN VERBANNT Bond darf Sportwagen nicht mehr fahren

Worum geht es? Die Verwalter des literarischen James-Bond-Erbes sollen Autoren neuer 007-Romane untersagt haben, Aston-Martin-Autos zu verwenden – offenbar aus Rücksicht auf Amazons Kontrolle über das Filmfranchise.

Was ist der Hintergrund? Der milliardenschwere Umbau des Bond-Imperiums nach dem Einstieg von Amazon MGM. Der Streit zeigt, wie stark sich die Machtverhältnisse rund um James Bond verändern – und wie sensibel inzwischen selbst scheinbar kleine Details behandelt werden.

Was genau ist passiert? Der britisch-indische Autor Vaseem Khan erklärte beim Hay Festival, dass er ursprünglich einen Aston Martin in seinem neuen Bond-Spin-off verwenden wollte.

Wofür? Khan verfasste die Bücher "Quantum of Menace" (2025) und "The Man with the Golden Compass" (2026). Dabei handelt es sich um offizielle Bond-Romane der Ian-Fleming-Erben. Im Mittelpunkt steht Q – der Gadget-Erfinder von MI6.

Aber? Die Ian-Fleming-Nachlassverwalter hätten ihm mitgeteilt, dass Aston Martins in seiner Buchreihe nicht erlaubt seien. Khan sagte: "Sie wollten den Filmproduktionen nicht auf die Füße treten."

Warum ist das plötzlich problematisch? Aston Martin gilt zwar weltweit als ikonisches Bond-Auto, doch die Verbindung stammt vor allem aus den Filmen. In Ian Flemings ursprünglichen Romanen fuhr Bond überwiegend Bentley. Aston Martins spielten dort nur eine kleine Rolle.

Was ist das Argument? Die Fleming-Verwalter sagen offenbar, dass bestimmte Elemente stärker mit den Filmen als mit den Büchern verbunden seien.

Welche Rolle spielt Amazon? Der Konzern von Jeff Bezos kontrolliert seit 2025 kreativ das James-Bond-Filmfranchise. Nach jahrelanger Dominanz durch die Broccoli-Familie ging die Macht über Bond in einem milliardenschweren Deal an Amazon über.

Was war die Folge? Seitdem laufen offenbar sensible Verhandlungen darüber, wie Filme, Spiele, Bücher und Spin-offs künftig koordiniert werden. Autoren berichten, die Fleming-Verwalter wollten Konflikte mit Amazons Filmstrategie vermeiden.

Warum ist das für Bond-Fans überraschend? Weil für sie James Bond und Aston Martin untrennbar zusammengehören. Besonders der silbergraue Aston Martin DB5 aus "Goldfinger" gilt als eines der berühmtesten Filmfahrzeuge überhaupt.

Was macht den Unterschied? Tatsächlich stammt diese enge Verbindung aber primär aus den Kinofilmen mit Sean Connery und später Daniel Craig. In Flemings Romanen dominierte ursprünglich eher Bentley.

Welches Auto darf Bond stattdessen fahren? Vaseem Khan musste seinen Q schließlich mit einem Caterham fahren lassen – einem britischen Sportwagen zum Selbstaufbau im Wert von rund 80.000 Euro.

Gab es ähnliche Eingriffe auch bei anderen Autoren? Ja. Die Bond-Autorin Kim Sherwood berichtete ebenfalls, dass die Fleming-Nachlassverwalter Einfluss auf Fahrzeugentscheidungen nahmen.

Was passiert ihr? Sie wurde ausdrücklich gebeten, einen französischen Alpine A110S einzubauen – angeblich das Lieblingsauto der Leiterin des Fleming-Nachlasses. Später schaffte es dennoch ein Aston Martin in ihren dritten Roman "Hurricane Room". Sherwood scherzte: "Ich glaube, sie haben es nicht bemerkt."

Warum verändert Amazon Bond gerade so stark? Der Konzern versucht offenbar, Bond zu einem riesigen plattformübergreifenden Franchise auszubauen – ähnlich wie Marvel oder Star Wars. Dazu gehören Filme, Serien, Videospiele, Streamingformate, Bücher und Merchandising.

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