Worum geht es? Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda verschlimmert sich. Was man weiß: Die Epidemie wird vom seltenen Bundibugyo-Virusstamm verursacht.
Wie groß ist der Ausbruch aktuell? Die Zahlen steigen derzeit fast täglich. Laut WHO gibt es 513 Verdachtsfälle und mindestens 130 Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte, weil betroffene Regionen schwer erreichbar sind und Tests fehlen.
Wo breitet sich das Virus aus? Das Zentrum des Ausbruchs liegt in der nordostkongolesischen Provinz Ituri nahe der Grenzen zu Uganda und Südsudan. Besonders besorgniserregend ist, dass Fälle inzwischen auch in größeren Städten wie Kampala in Uganda sowie in Goma im Osten des Kongo aufgetaucht sind.
Warum? Dadurch steigt das Risiko einer internationalen Ausbreitung erheblich.
Warum ist der Bundibugyo-Stamm so gefährlich? Der aktuelle Ausbruch unterscheidet sich massiv von früheren Ebola-Wellen. Die meisten bisherigen Impfstoffe und Therapien wurden gegen den deutlich häufigeren Zaire-Ebola-Stamm entwickelt.
Was ist diesmal anders? Gegen Bundibugyo existieren dagegen bislang keine zugelassenen Impfstoffe und keine gezielten antiviralen Therapien. Genau deshalb spricht die WHO von einem "außergewöhnlichen Ereignis".
Gab es diesen Virusstamm schon früher? Ja — allerdings nur sehr selten. Der Bundibugyo-Stamm wurde erstmals 2007 in Uganda entdeckt. Damals gab es rund 149 Fälle und 37 Todesopfer. Ein zweiter größerer Ausbruch folgte 2012 im Kongo mit 57 Fällen und 29 Toten. Der aktuelle Ausbruch ist erst das dritte bekannte größere Auftreten dieses Virustyps überhaupt.
Warum wurde der Ausbruch zunächst unterschätzt? Ein Problem war die Diagnostik. Erste Tests waren auf den häufigeren Zaire-Stamm ausgelegt und schlugen beim Bundibugyo-Virus teilweise nicht an. Dadurch ging wertvolle Zeit verloren. Erst spätere Spezialanalysen bestätigten die seltene Virusvariante.
Wie wird Ebola übertragen? Das Virus verbreitet sich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten — auch durch Schweiß infizierter Personen. Besonders risikoreich sind Pflege, Krankenhäuser und traditionelle Begräbnisrituale. Bereits mehrere Gesundheitsmitarbeiter sollen sich infiziert haben und gestorben sein.
Warum ist die Lage im Kongo besonders kritisch? Die betroffene Region gilt als politisch instabil und schwer kontrollierbar. Bewaffnete Gruppen, Fluchtbewegungen und schlechte medizinische Infrastruktur erschweren die Eindämmung massiv.
Wie reagieren internationale Behörden? Die WHO, Africa CDC und die US-Seuchenschutzbehörde CDC haben Krisenteams entsandt. Mehrere Länder verschärfen bereits Gesundheitskontrollen für Reisende aus Zentralafrika. Die USA kündigten zusätzliche Einreisekontrollen an.
Wie hoch ist die Sterblichkeit? Der Bundibugyo-Stamm gilt zwar als etwas weniger tödlich als der klassische Zaire-Stamm, bleibt aber extrem gefährlich. Frühere Ausbrüche zeigten Sterblichkeitsraten zwischen etwa 25 und 50 Prozent.
Worum geht es? Isak Andic, Gründer der Modekette Mango, starb am 14. Dezember 2024 bei einer Wanderung im Montserrat-Gebirge nahe Barcelona im Alter von 71 Jahren.
Was passierte nun? Sein Sohn Jonathan Andic wurde von der katalanischen Polizei festgenommen. Gegen ihn wird wegen eines möglichen Tötungsdelikts ermittelt.
Was soll geschehen sein? Isak Andic war mit seinem Sohn Jonathan nahe der Salnitre-Höhlen bei Collbató unterwegs. Nach Jonathans Darstellung ging er einige Schritte vor seinem Vater, hörte ein Ausrutschen, sah den Sturz aber nicht.
Was war daran verdächtig? Isak Andic stürzte laut Berichten mehr als 100 Meter, teils ist von 150 Metern die Rede, in die Tiefe und starb sofort. Jonathan war die einzige Person, die beim Vorfall dabei war, und alarmierte die Rettungskräfte.
Warum soll es kein Unfall sein? Die Ermittler hatten den Tod zunächst als Bergunfall behandelt. Später wurde das Verfahren aber wieder aufgenommen, weil sie in Jonathans Aussagen Widersprüche und "Grauzonen" sahen.
Welche "Grauzonen"? Laut RTVE passten Teile seiner Darstellung nicht zu den Ermittlungsergebnissen. Zudem soll er vor der Wanderung den Leibwächter seines Vaters gebeten haben, sie allein zu lassen, damit er privat mit ihm sprechen könne.
Was genau wird Jonathan Andic vorgeworfen? Er wird als Beschuldigter in einem Verfahren wegen mutmaßlicher Tötung seines Vaters geführt. Die zentrale Frage ist, ob Isak Andic tatsächlich ausgerutscht ist — oder ob sein Sohn eine Rolle bei dem Sturz gespielt hat.
Was ist der aktuelle Stand? Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft, die gegen eine Kaution von einer Million Euro aufgehoben werden kann.
Welche Rolle spielt das Handy? Es ist ein wichtiger Teil der Ermittlungen. Die Polizei forderte Jonathan Andic im September auf, sein Mobiltelefon herauszugeben. Er gab es freiwillig ab.
Was passierte damit? Die Ermittler analysierten danach Bewegungsdaten, Anrufe und Nachrichten — vom Tag des Todes sowie aus den Tagen davor. Sie suchten nach Hinweisen auf den Ablauf der Wanderung und auf ein mögliches Motiv.
Gab es ein mögliches Motiv? Spanische Medien berichten von einer angespannten Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch Isak Andics Partnerin, die Profi-Golferin Estefanía Knuth, soll gegenüber den Behörden von einem schlechten Verhältnis gesprochen haben.
Weswegen? Nach Andics Tod wurde laut El País ein Streit innerhalb der Familie über das Erbe öffentlich. Belegt ist ein Motiv damit aber nicht.
Was sagt die Familie? Sie weist den Verdacht zurück und betont Jonathans Unschuld. sie erklärt, man habe mit den Behörden vollständig kooperiert und werde das weiter tun.
Wie reich war Mango-Gründer? Zum Zeitpunkt seines Todes verfügte Isak Andic laut Forbes über ein Vermögen von rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Der Unternehmer baute Mango von einem einzigen Laden in Barcelona im Jahr 1984 zu einem Weltkonzern aus.
Und sein Sohn? Jonathan besuchte eine Business School und trat 2005 mit 24 in das Familienunternehmen ein. Er baute die Herrenmoden-Sparte von Mango auf, die er bis 2025 leitete. Danach kümmerte er sich um die Investitionen der Familienholding.
Worum geht es? Beim Islamic Center of San Diego, der größten Moschee im Bezirk San Diego, kam es am Montag zu einem schweren Schusswaffenangriff. Fünf Menschen starben.
Wer sind die Opfer? Drei Menschen wurden von den Attentätern getötet, darunter ein Sicherheitsmann der Moschee. Die beiden mutmaßlichen Täter — zwei Jugendliche — wurden später tot in einem Fahrzeug gefunden.
Was ist der Hintergrund? Die Behörden behandeln den Fall als mögliches Hassverbrechen gegen Muslime.
Was ist genau passiert? Die Schüsse fielen kurz vor dem Mittagsgebet auf dem Gelände der Moschee im Stadtteil Clairemont. Laut Polizei eröffneten zwei bewaffnete Jugendliche das Feuer vor dem Gebäude. Die Einsatzkräfte trafen innerhalb weniger Minuten ein und fanden bereits mehrere Opfer vor der Moschee.
Was geschah danach? Es gingen Notrufe über weitere Schüsse einige Straßen entfernt ein. Dort entdeckte die Polizei später das Fahrzeug der Verdächtigen. Beide Jugendlichen starben offenbar durch selbst zugefügte Schussverletzungen.
Wer waren die mutmaßlichen Täter? Nach Angaben der Polizei handelte es sich um zwei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren. Sie sollen Tarnkleidung getragen und mehrere Waffen bei sich gehabt haben.
Was ist das Motiv? Die Ermittler prüfen Hinweise auf islamfeindliche Motive und sprechen von "Hass-Rhetorik", die im Umfeld der Täter gefunden wurde. Das FBI ermittelt gemeinsam mit der lokalen Polizei.
Gab es vorher Warnzeichen? Ja. Besonders brisant: Die Mutter eines der Jugendlichen hatte die Polizei rund zwei Stunden vor der Tat alarmiert. Sie fand eine von ihrem Sohn hinterlassene Nachricht und meldete ihn als verschwunden. Auch mehrere Waffen seien weg, sagte sie.
Nahm die Polizei das ernst? Die Beamten begannen aufgrund des Hinweises nach den Jugendlichen zu suchen und nutzten auch Kennzeichen-Erkennungssysteme. Während dieser Suche ging dann der Notruf aus der Moschee ein.
Welche Rolle spielte der Sicherheitsmann? Er gilt inzwischen als Held. Nach Angaben des Imams warnte er Lehrer per Funk, sofort die Türen der Klassenräume zu verriegeln. Dadurch konnten rund 200 Kinder in Sicherheit gebracht werden.
Worum geht es? Die Zustimmungswerte von Präsident Trump sind laut aktueller Umfragen auf einen neuen Tiefststand in seiner zweiten Amtszeit gefallen.
Welche Umfragen? Laut New York Times/Siena befürworten nur noch rund 37 % der Wähler Trumps Amtsführung. Das sind 3 % weniger als bei der letzten Umfrage im Januar.
Wo liegt das Problem? Während die Republikaner den Präsidenten nach wie vor mehrheitlich unterstützen, finden 69 % der Unabhängigen, dass er seinen Job nicht gut macht. Im Jänner waren es noch 62 %.
Warum ist das heikel? Es handelt sich um eine wichtige Wählergruppe, die die Republikaner gewinnen müssen, um im November bei den Midterm-Wahlen die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu behalten.
Was wird Trump angekreidet? Laut New York Times missbilligen 64 % der Wähler Trumps Umgang mit der Wirtschaft, 69 % finden es nicht gut, wie der Präsident die Probleme der Lebenshaltungskosten managt.
Deckt sich das mit anderen Studien? Ja. In einer Umfrage von CBS News gaben 65 % der Befragten an, Trumps Politik verschlimmere die Wirtschaftslage kurzfristig. Sogar unter den Republikanern missbilligen mittlerweile 37 % den Umgang des Präsidenten mit der Inflation – ein Anstieg um 11 Prozentpunkte seit März.
Gut für die Demokraten? Naja, sie stehen nicht viel besser da. Laut der New York Times geben rund 44 % der demokratischen Wähler an, mit ihrer Partei unzufrieden zu sein, nur 26 % sind zufrieden.
Und der Irankrieg? 64 % der Amerikaner sagen, dass der Krieg gegen den Iran die falsche Entscheidung war, darunter 73 % der Unabhängigen.
Warum? In der Umfrage von CBS gaben 69 % an, nicht zu verstehen, was in der Straße von Hormus vor sich geht. 59 % sagten, dass die höheren Benzinpreise zu finanziellen Schwierigkeiten geführt hätten, ein Anstieg um 8 % gegenüber April.
Worum geht es? Beim Filmfestival von Cannes sorgt derzeit weniger das Kino als der demonstrative Luxus auf dem roten Teppich für Schlagzeilen. Besonders im Fokus: Georgina Rodríguez, Partnerin von Fußballstar Cristiano Ronaldo.
Weil? Sie erschien bei der Premiere des Films "Fjord" mit mehr als 300 Karat Schmuck von Chopard — darunter ein riesiges Smaragd-Diamant-Collier und ein millionenschwerer Verlobungsring.
Was ist der Trend? Der Auftritt steht exemplarisch für eine neue Welle extremer Luxusinszenierungen in Cannes.
Was trug Georgina Rodríguez genau? Laut Chopard bestand ihr Schmuck aus einem 18-karätigen Weißgold-Collier mit 234 Karat Smaragden und weiteren 57 Karat Diamanten. Dazu kam eine diamantbesetzte Luxusuhr mit weiteren 46 Karat Diamanten.
Was ist das wert? Einen offiziellen Preis nennt Chopard nicht. Experten halten Bewertungen von bis 20 Millionen Dollar für realistisch — abhängig von Herkunft und Qualität der Smaragde.
War's das? Nein, Rodríguez trug zusätzlich ihren Verlobungsring, dessen Wert Experten auf bis zu fünf Millionen Dollar schätzen. Kombiniert wurde der Schmuck mit einem trägerlosen mauvefarbenen Couture-Kleid.
Warum sorgt der Auftritt für Diskussionen? Kritiker sehen darin ein Symbol zunehmender Dekadenz bei internationalen Society-Events. Während weltweit über Inflation, Kriege diskutiert wird, inszenieren Stars in Cannes immer extremere Luxusauftritte.
Wer gab sich in Cannes ebenfalls luxuriös? Das Festival entwickelte sich in diesem Jahr regelrecht zu einem Wettbewerb der Superreichen. Schauspielerin Demi Moore erschien mit einem Diamantcollier von mehr als 226 Karat.
Wem gehört der Schmuck? Model Adriana Lima trug ein Chopard-Collier mit einem zentralen 129-Karat-Smaragd. Mehrere Stars präsentierten Einzelstücke aus High-Jewelry-Kollektionen, die teilweise nur für wenige Stunden ausgeliehen wurden und Werte in Millionenhöhe erreichen.
Warum spielt Chopard eine so große Rolle? Das Unternehmen ist seit Jahren offizieller Partner des Festivals und nutzt Cannes gezielt als globale Luxus-Bühne. Für die Marken sind die Red-Carpet-Auftritte weltweite Werbekampagnen — oft mit höherer Reichweite als klassische Werbung.
Ist Georgina Rodríguez für solche Auftritte bekannt? Ja. Sie inszeniert sich seit Jahren über Luxusmode, Schmuck und Social Media. Bereits bei früheren Cannes-Auftritten trug sie Chopard-Schmuck im Millionenwert.
Wie passt das zum neuen Cannes-Dresscode? Interessant ist der Kontrast: Das Festival hatte zuletzt strengere Regeln gegen sogenannte "Naked Dresses" und allzu freizügige Auftritte eingeführt.
Aber? Statt weniger Extravaganz entstand jedoch offenbar eine neue Form der Überinszenierung — nicht mehr über nackte Haut, sondern über maximalen Reichtum, Edelsteine und Couture.
Warum ist das gesellschaftlich interessant? Der Fall zeigt, wie sich rote Teppiche verändern: Filmfestivals werden zunehmend zu Plattformen für Luxusmarken, Influencer und digitale Selbstvermarktung. Aufmerksamkeit entsteht weniger durch künstlerische Leistungen als durch Bilder extremer Exklusivität.
Worum geht es? Das Europäische Parlament hat Ermittlungen gegen die CSU-Europaabgeordnete und EVP-Vizechefin Angelika Niebler blockiert.
Was ist der Hintergrund? Es gibt Vorwürfe, Niebler habe Mitarbeiter ihres EU-Parlamentsbüros teilweise für private oder parteipolitische Tätigkeiten eingesetzt.
Was war die Folge? Die zuständigen EU-Betrugsermittler wollten deshalb weitergehende Untersuchungen einleiten — das Parlament verweigerte jedoch die notwendige Aufhebung ihrer Immunität.
Mit welchem Ergebnis? 309 Abgeordnete sprachen sich bei der Abstimmung in Straßburg am Dienstag für die Ablehnung des Antrags aus, 283 stimmten dagegen, 53 enthielten sich.
Was wird Niebler konkret vorgeworfen? Im Zentrum stehen mutmaßliche Verstöße gegen die Regeln für parlamentarische Mitarbeiter. Diese dürfen ausschließlich für die Arbeit im Europäischen Parlament eingesetzt werden.
Was soll Niebler gemacht haben? Laut Ermittlern gab es Hinweise, dass Assistenten Aufgaben außerhalb der parlamentarischen Tätigkeit übernommen hätten — etwa für parteiinterne Arbeit oder organisatorische Aufgaben im Umfeld der CSU.
Wer wollte gegen Niebler ermitteln? Die Vorwürfe beschäftigten das EU-Amt für BBetrugsbekämpfung,OLAF. Die Behörde prüft Missbrauch von EU-Geldern und mögliche Verstöße gegen EU-Regularien.
Was wollte OLAF? Die Behörde soll empfohlen haben, die Immunität Nieblers aufzuheben, um weitere Ermittlungen und mögliche strafrechtliche Schritte zu ermöglichen.
Warum konnte das Parlament die Ermittlungen stoppen? Europaabgeordnete genießen parlamentarische Immunität. Für bestimmte Ermittlungsmaßnahmen muss diese aufgehoben werden. Darüber entscheidet das Europäische Parlament selbst.
Wie begründet das Parlament die Entscheidung? Offiziell wurde argumentiert, es gebe keine ausreichenden Hinweise für ein Fehlverhalten. Zudem wird darauf vverwiesen, dass parlamentarische und parteipolitische Tätigkeiten bei Abgeordneten schwer zu trennen seien.
Wie reagiert Niebler? Sie weist sämtliche Vorwürfe zurück und erklärt, ihre Mitarbeiter seien stets regelkonform eingesetzt worden. Politische Gegner werfen ihr hingegen vor, sich hinter der Immunität des Parlaments zu verstecken.
Warum ist der Fall politisch heikel? In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Affären — unter anderem rund um Marine Le Pen in Frankreich. Kritiker sehen in der Entscheidung zugunsten Nieblers ein Signal mangelnder Transparenz und Selbstkontrolle innerhalb der EU-Institutionen.
Niebler, da war doch was? Ja, die Europaabgeordnete der CSU steht auch wegen zahlreicher Nebentätigkeiten in der Kritik. Laut veröffentlichten Angaben hat sie 19 Nebenjobs gemeldet, sieben davon sollen bezahlt sein.
Worum geht es? Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben. Er soll im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub unter Eid falsch ausgesagt haben.
Was ist damit gemeint? Im Kern geht es um die Frage, ob Christian Haub Hinweise darauf verschwieg, dass sein Bruder möglicherweise noch lebt.
Was ist passiert? Karl-Erivan Haub, damaliger Chef der Tengelmann-Gruppe und einer der reichsten Deutschen, verschwand am 7. April 2018 während einer Skitour nahe Zermatt in den Schweizer Alpen. Der erfahrene Skibergsteiger kehrte nicht zurück.
Was war die Folge? 2021 erklärte ihn das Amtsgericht Köln offiziell für tot.
Warum wird jetzt gegen Haub vorgegangen? Die Ermittler werfen ihm vor, im Todeserklärungsverfahren 2021 möglicherweise falsche Angaben gemacht zu haben.
Welche? Laut Staatsanwaltschaft könnte er entgegen seiner damaligen Aussagen Hinweise gehabt haben, dass ein Bruder noch am Leben sein könnte. Trotzdem habe er dies gegenüber dem Gericht nicht offengelegt.
Welche Hinweise spielen dabei eine Rolle? Besonders wichtig sind Fotos von Überwachungskameras aus Moskau. Diese sollen Karl-Erivan Haub Jahre nach seinem Verschwinden zeigen. Die Bilder wurden von Journalisten und privaten Ermittlern publik gemacht.
Was hat Haub damit zu tun? Laut "Manager Magazin" geht es in der Anklage konkret darum, dass Christian Haub ein solches Foto nicht erwähnt haben soll.
Was sagt Haub? Sein Anwalt argumentiert, das Bild sei kaum belastbar: Es gebe keine Metadaten, zudem habe ein Gutachten nur eine Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung von etwa 50 Prozent festgestellt.
Wie kam die Staatsanwaltschaft überhaupt auf den Fall? Auslöser war eine Strafanzeige der RTL-Journalistin Liv von Boetticher. Sie recherchiert seit Jahren zum Fall und vertritt die These, dass das Verschwinden inszeniert worden sein könnte.
Nahm die Justiz das ernst? Die Recherchen der Reporterin führten dazu, dass die Staatsanwaltschaft 2024 offizielle Ermittlungen gegen Christian Haub einleitete.
Wie geht Haub vor? Er weist alle Vorwürfe zurück. Gegen den leitenden Oberstaatsanwalt wurde inzwischen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt.
Welche Bedeutung hat der Fall? Nach dem Verschwinden übernahm Christian Haub die alleinige Führung des Familienkonzerns. Zur Tengelmann-Gruppe gehören unter anderem der Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi. Der Fall löste innerhalb der Unternehmerfamilie einen erbitterten Erbstreit aus.
Wie geht es jetzt weiter? Das Landgericht Köln prüft nun im sogenannten Zwischenverfahren, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Bis dahin gilt für Christian Haub die Unschuldsvermutung.
Worum geht es? Der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann hat laut mehreren Medienberichten die wichtigste Personalentscheidung vor der Fußball-WM 2026 getroffen.
Nämlich? Manuel Neuer soll trotz seines Rücktritts aus der Nationalmannschaft wieder Deutschlands Nummer eins im Tor werden. Und das im Alter von 40 Jahren.
War das nicht anders geplant? Ja, aber der bisherige Stammkeeper Oliver Baumann wurde bereits persönlich informiert, dass er bei der WM nur als Ersatzkeeper eingeplant ist.
Warum ist die Entscheidung so überraschend? Weil Oliver Baumann die gesamte WM-Qualifikation bestritten hatte und lange als klar gesetzte Nummer eins galt. Nagelsmann hatte dem Hoffenheim-Torwart öffentlich mehrfach das Vertrauen ausgesprochen.
Und Manuel Neuer? Er war nach der Heim-EM 2024 offiziell aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Noch vor wenigen Wochen schien ein Comeback unwahrscheinlich.
Wie reagierte Baumann? Nach Informationen von "Bild", "Kicker" und ZDF akzeptiert er die Entscheidung, will aber weiterhin Teil des Teams bleiben.
Warum setzt Nagelsmann auf Neuer? Entscheidend dürfte seine enorme Erfahrung sein. Der Bayern-Keeper ist Weltmeister von 2014, Deutschlands Rekordtorwart mit 124 Länderspielen und gilt trotz seines Alters weiterhin als außergewöhnlicher Spieleröffner und Führungsspieler.
Warum wird die Kommunikation kritisiert? Mehrere Experten werfen Nagelsmann und dem DFB vor, die Situation schlecht moderiert zu haben. Lothar Matthäus sprach von mangelnder Transparenz gegenüber Baumann und den Fans.
Gibt es auch Kritik an der sportlichen Entscheidung? Ja. Kritiker verweisen auf Neuers Alter und Verletzungsanfälligkeit. Erst zuletzt musste er beim FC Bayern wegen Wadenproblemen ausgewechselt werden.
Wie baut Nagelsmann vor? Er will angeblich vier statt drei Torhüter zur WM mitnehmen.
Wie reagiert Neuer selbst? Öffentlich äußerte sich Neuer zuletzt vorsichtig. Aber er verlängerte erst vergangene Woche seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2027 — ein Signal, dass er sich weiterhin auf höchstem Niveau sieht.
Wann fällt die endgültige Entscheidung offiziell? Nagelsmann will seinen endgültigen 26-Mann-Kader für die WM an diesem Donnerstag präsentieren.























































