Worum geht es? Das Zwangsmaßnahmengericht des Schweizer Kantons Wallis hat am Freitag die Untersuchungshaft gegen Jacques Moretti aufgehoben. Er war der Betreiber jener Bar im Nobelskiort Crans-Montana, in der bei einem Feuer in der Silvesternacht 40 Menschen starben.
Mit welcher Begründung? Das Fluchtrisiko sei erneut bewertet worden, so das Gericht laut der Schweizer Zeitung Blick. Der 49-Jährige habe als Bedingung für seine Freilassung dieselben Auflagen wie seine Frau Jessica bekommen, heißt es. Diese durfte die ganze Zeit über auf freiem Fuß bleiben.
Welche Auflagen sind das? Er muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. Auch eine Kaution in der Höhe von 216.000 Euro muss der Betreiber des "Le Constellation" hinterlegen – das Geld hat ein Freund für ihn aufgebracht.
Was wird dem Barbesitzer vorgeworfen? Gegen ihn und seine Ehefrau wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. In der Bar war in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen, das sich in kürzester Zeit ausbreitete. Die Hälfte der Todesopfer war nicht älter als 18 Jahre.
Gibt es bereits Reaktionen auf die Freilassung? Ja, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zeigte sich fassungslos. Sie sei empört über die Freilassung Morettis. "Ich empfinde dies als eine Schändung des Andenkens an die Opfer und als eine Beleidigung ihrer Familien", schrieb sie auf X. Und: "Die italienische Regierung wird die Schweizer Behörden für die Geschehnisse zur Rechenschaft ziehen."
Weshalb diese Emotionalität? Viele Opfer der Tragödie stammten aus Italien. Die Hinterbliebene befürchten, dass sich der Barbetreiber und seine Frau nach Korsika absetzen könnten, woher sie stammen.
Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat in Miami-Dade County (Florida) eine Klage gegen JPMorgan Chase und den CEO Jamie Dimon eingereicht. Er fordert bis zu 5 Milliarden US-Dollar Schadenersatz.
Was ist der Vorwurf? Trump wirft der Bank vor, ihm und seinen Unternehmen aus politischen Gründen Bankdienstleistungen verweigert bzw. Konten geschlossen zu haben ("Debanking").
Heißt konkret? JPMorgan habe im Februar 2021 mehrere persönliche und geschäftliche Konten von Trump ohne ausreichende Begründung und mit kurzer Frist geschlossen.
Was war die Folge? Laut Klage hätten die Schließungen finanzielle Schäden verursacht und Trumps Geschäfte stark beeinträchtigt. Der nunmehrige Präsident und seine Firmen seien zudem auf eine Art "Blacklist" gesetzt worden, was andere Banken davon abgehalten habe, mit ihnen zu arbeiten.
Was vermutet Trump? Die Bank habe aufgrund politischer Motive gehandelt. Er sieht darin ein Beispiel für "Debanking", also die Verweigerung von Finanzdienstleistungen aus ideologischen Gründen.
Was ist der Hintergrund? Die Beschwerde bezieht sich auf Ereignisse nach dem Sturm aufs US-Kapitol am 6. Januar 2021, als mehrere große Banken – darunter auch JPMorgan – Konten von Trump oder seinen Unternehmen geschlossen oder eingeschränkt haben.
Worum geht es? Das bevorstehende Wochenende wird für Nordamerika frostig. Laut Wetterdiensten wird ein schwerer Wintersturm mit teils heftigem Schneefall über weite Teile der USA ziehen. Sturm und Schnee werden für südliche Bundesstaaten, Teile des Mittleren Westens und die Ostküste erwartet.
Wie viele Menschen werden davon betroffen sein? Bis zu 180 Millionen, das ist mehr als die Hälfte aller Einwohner des Landes. Denn der Sturm wird auch die Ballungsräume an der Ostküste (u. a. New York, Washington, Philadelphia, Boston) treffen.
Was ist die größte Gefahr? Der nationale Wetterdienst warnte vor Straßenglätte, Schneeverwehungen und schlechte Sicht. Bäume könnten umknicken, Stromleitungen gekappt werden. Auch vor Unterkühlung und Erfrierungen warnte der Wetterdienst und empfahl, auch Haustiere vor der Kälte zu schützen. Starker Wind wird die Temperatur zudem noch kälter als ohnehin erscheinen lassen.
Macht sich der Sturm bereits bemerkbar? Ja. Laut dem TV-Sender ABC haben mittlerweile 15 Bundesstaaten sowie die Bundeshauptstadt Washington D. C. den Notstand ausgerufen. Mehr als 2.000 Flüge, die am Wochenende stattfinden sollten, wurden bereits abgesagt.
Wie reagieren die Menschen? In vielen Landesteilen kam es zu Hamsterkäufen in den Supermärkten aus Angst vor längeren Einschränkungen.
Worum geht es? Die USA haben einen 20 Punkte umfassenden Wiederaufbauplan für den Gazastreifen vorgestellt, der unter dem Namen "New Gaza" oder auch "Project Sunrise" bekannt ist.
Was ist das Ziel? Gaza nach den jüngsten Kriegszerstörungen nicht nur wiederherzustellen, sondern in ein modernes wirtschaftliches Zentrum umzuwandeln, das Wohnviertel, Gewerbe, Datenzentren, Tourismus und Infrastrukturprojekte umfasst.
Was heißt das konkret? Entlang der Mittelmeerküste ist laut US‑Plänen ein groß angelegter Küsten‑Tourismusbereich vorgesehen, der Platz für etwa 180 Wolkenkratzer bieten soll – viele davon gedacht als Hotels, Wohnungen und Geschäftshäuser mit Blick aufs Meer.
Das klingt recht groß geraten? Ja, dazu kommen ein neuer Hafen an der südwestlichen Küste, er könnte Gaza mit dem internationalen Seehandel verbinden. Ein neues Flughafenprojekt soll den Luftverkehr wieder ermöglichen.
Wie soll die Optik sein? Diese Skyline wäre Teil eines neuen urbanen Zentrums, das in vielen Entwürfen mit modernen Städten wie Dubai oder Doha verglichen wird. Daneben sollen in neuen Siedlungen wie "New Rafah" und "New Gaza" mehr als 100.000 dauerhafte Wohnungen entstehen.
Ist das alles fix? Nein, es handelt sich um eine Planungsidee mit vagen Zeitplänen und unsicheren Finanzierungsquellen, die großteils mit AI‑generierten Visualisierungen präsentiert wurde.
Und die Kosten? Sollen zwischen 25 und 30 Milliarden Dollar liegen. Die Mittel sollen aus einer Mischung aus US-Hilfe, internationalen Gebern, Investorenfonds und privaten Kapitalgebern kommen.
Was ist der große Plan? Der Plan ist nicht rein wirtschaftlich, sondern Teil eines umfassenden Friedensrahmens, der auch einen langfristigen Waffenstillstand, die Entwaffnung der Hamas und die Einrichtung einer Übergangsverwaltung für Gaza vorsieht.
Worum geht es? Die Beschäftigten eines Unternehmens für elektrische Bauteile in Castelfranco Veneto (Treviso) bekamen vor Weihnachten einen Fragebogen zugeschickt, berichtet La Stampa. Der Inhalt empörte viele.
Weil? Die Firma wollte von den rund 60 Angestellten wissen, wer gefeuert werden soll. "Wen würden Sie feuern?", hieß es in dem Schreiben. "Denjenigen ohne Kinder? Denjenigen mit der kürzesten Betriebszugehörigkeit?"
Welcher Verdacht drängt sich auf? Die Beschäftigten verglichen den Fragenbogen mit der koreanischen Fernsehserie "Squid Game", in der Menschen gegeneinander antreten.
Wie viele machten mit? Nicht mehr als zehn, aber immerhin.
Was sagt das Unternehmen? Das Management bezeichnete die Initiative als Instrument zur Mitarbeiterbefragung: "Es handelt sich lediglich um eine interne Umfrage, um das Betriebsklima zu erfassen. Der Markt befindet sich in einer Krise, und unser Ziel ist es, Entlassungen zu vermeiden", so Inhaber Bruno Scapin.
Wie reagierte die Gewerkschaft? "Diese Praxis", erklärte sie in einer Stellungnahme, "verwandelt einen ohnehin schon dramatischen Krisenmoment in ein grausames Spiel und ist ein Angriff auf die Würde der Arbeitnehmer."
Worum geht es? Auf dem 14. Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams in Hanoi wurde Tô Lâm erneut zum Generalsekretär gewählt. Alle 180 Mitglieder des Zentralkomitees stimmten für ihn.
Was bedeutet Generalsekretär? Er ist kein Präsident durch direkte Volkswahl (Vietnam ist ein Einparteienstaat), aber als Parteichef hat er praktisch die höchste Macht im Staatssystem.
Was kündigte er an? Er garantierte ein jährliches Wirtschaftswachstum von mindestens 10 Prozent von 2026 bis 2030.
Ist das schaffbar? Viele Wirtschaftsexperten halten 10 Prozent pro Jahr für sehr ambitioniert oder sogar unrealistisch. Die Weltbank erwartet eher ein Wachstum im Bereich um sechs Prozent.
Was plant Tô Lâm Neues? Er will Vietnam zum High-Income-Land machen. Sein Wirtschaftsmodell geht weg von billiger Fertigung und Export hin zu Innovation und Technologie, auch der private Sektor soll sich stark entwickeln.
Worum geht es? Ein US-Bundesgesetz ("Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act") aus 2024 verlangt, dass TikTok sein US-Geschäft komplett vom chinesischen Mutterkonzern ByteDance abkoppelt, sonst droht ein Verbot der App in den USA.
Was passierte jetzt? Nach jahrelanger politischer und rechtlicher Auseinandersetzung hat ByteDance den Verkauf/Spin-off seiner US-Geschäftseinheit in eine neue Gesellschaft abgeschlossen.
Was bedeutet das? ByteDance behält einen Minderheitsanteil (19,9 Prozent), alle anderen Anteile (knapp über 80 Prozent) liegen bei US- und globalen Investoren.
Wie heißt die Firma? "TikTok USDS Joint Venture LLC" und sie ist mehrheitlich amerikanisch.
Wer übernimmt? Eine Gruppe von Milliardären, etwa Oracle von Larry Ellison, die Private-Equity-Firma Silver Lake, die Investmentfirma MGX, das Michael Dell-Familienbüro, Alpha Wave Partners und andere.
Wer wird CEO? Adam Presser, er war lange Zeit Chief Operating Officer (COO) von TikTok. Studium in Harvard, früher Vice President bei BuzzFeed.
Welche Rolle spielte Trump? Er hat den Deal öffentlich unterstützt und ihn als "Rettung" von TikTok vermarktet. Er hat mehrere Executive Orders unterzeichnet, die die Fristen verlängerten und den Verkauf ermöglichten. Die neuen Eigentümer stammen aus seinem Umfeld.
Was ändert sich? Die US-Nutzerdaten werden in den USA gespeichert und verwaltet (z. B. über Oracle-Cloud). Algorithmus und Content-Moderation werden künftig unter Kontrolle der neuen US-Gesellschaft stehen bzw. neu trainiert.
Und für User? Kurzfristig wenig — sie können die App weiterhin wie gewohnt nutzen. Langfristig könnten sich aber Funktionsweisen, Inhalte oder Daten-Richtlinien ändern, wenn TikTok US stärker von ByteDance getrennt wird.
Worum geht es? Bei einer Rede über die hohen Lebensmittelpreise im Land zog US-Vizepräsident einen Vergleich zwischen der amerikanischen Wirtschaft und der "Titanic".
Was sagte der Vizepräsident? "Die Demokraten sprechen viel über die Krise der Bezahlbarkeit in den Vereinigten Staaten von Amerika. Und ja, es gibt eine Krise der Bezahlbarkeit, die durch die Politik von Joe Biden verursacht wurde", so Vance in seiner Rede. Und weiter: "Die 'Titanic' lässt sich nicht über Nacht wenden. Es braucht Zeit, um zu reparieren, was kaputtgegangen ist."
Die Analogie klingt nicht richtig, oder? Die als unsinkbar geltende "Titanic" ging 1912 nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg unter, dabei kamen mehr als 1.500 Menschen ums Leben. Seither wird der Name des Schiffes immer wieder mit Katastrophen in den unterschiedlichsten Bereichen in Verbindung gebracht. So wie Vance den Namen des Schiffes verwendet hat, ist es aber definitiv falsch.
Gab es Reaktionen? Für die Gegner der Trump-Administration war der Versprecher natürlich ein gefundenes Fressen. Die Gouverneure von Kalifornien und Illinois, Gavin Newsom und JB Pritzker, machten sich mit Memes auf X über Vance lustig.
Wie groß ist das Preis-Problem in den USA? Es ist derzeit die Achillesferse der Regierung. Denn Präsident Donald Trump hatte den Amerikanern im Wahlkampf niedrigere Lebenshaltungskosten versprochen. Doch bislang ist es ihm nicht gelungen, die Preisexplosion einzudämmen. Vor allem deshalb schwindet derzeit auch der Zuspruch vieler Amerikaner zu Trumps Präsidentschaft.























































