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SIE MACHT KI-CHIPS

Steht die wichtigste Maschine der Welt bereits in China?

Man braucht die Maschine, um KI-Chips zu produzieren, eine einzige Firma baut sie und nur wenige Länder dürfen sie überhaupt kaufen. Doch nun haben die USA einen üblen Verdacht: Konnte sich China trotz Sperre eine der begehrten Maschinen beschaffen? Die Fakten.

Von The Economist
Steht die wichtigste Maschine der Welt bereits in China?
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NACH ROTE-KARTE-EKLAT Kritik an "Bromance" Trump – Infantino

Worum geht es? Die enge Beziehung zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino gerät immer stärker in die Kritik. Auslöser ist Trumps Eingreifen im Fall des gesperrten US-Nationalspielers Folarin Balogun. Kritiker werfen Infantino vor, die politische Nähe zum US-Präsidenten gefährde die Unabhängigkeit des Weltverbands und beschädige die Glaubwürdigkeit des Turniers.

Was ist passiert? Trump bestätigte öffentlich, dass er Infantino persönlich angerufen habe, nachdem Balogun bei einem WM-Spiel die Rote Karte gesehen hatte. Er habe eine Überprüfung der Sperre angeregt. Kurz darauf setzte die FIFA die automatische Spielsperre aus, sodass Balogun im Achtelfinale gegen Belgien spielen durfte. Die FIFA betont, die Entscheidung sei ausschließlich von ihren unabhängigen Disziplinargremien getroffen worden.

Warum sorgt das für Kritik? Viele Fußballfunktionäre sehen bereits den Anruf des Präsidenten als problematisch. Die UEFA, Europas Fußballverband, sprach von einer Überschreitung einer "roten Linie", mehrere nationale Verbände kritisierten den Eindruck politischer Einflussnahme. Auch Belgien protestierte gegen die Entscheidung, blieb damit jedoch erfolglos.

Warum steht Gianni Infantino besonders im Fokus? Infantino und Trump pflegen seit Jahren ein auffallend enges Verhältnis. Der FIFA-Präsident war mehrfach Gast im Weißen Haus, überreichte Trump Trophäen und ehrte ihn Ende 2025 sogar mit dem erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis. Umgekehrt bezeichnete Trump Infantino wiederholt als den "König des Fußballs". Diese demonstrative Nähe stößt innerhalb des internationalen Fußballs zunehmend auf Kritik.

Gibt es weitere Beispiele für die enge Verbindung? Schon vor Beginn der WM war die Partnerschaft sichtbar. Trump richtete im Weißen Haus eine offizielle WM-Taskforce ein, Infantino präsentierte dort die neue Klub-WM-Trophäe und ließ sie anschließend im Oval Office stehen. Zudem wird erwartet, dass Trump beim WM-Finale anwesend sein und auch an der Siegerehrung teilnehmen wird.

Wo ist das Problem dabei? Medien wie der Spiegel sprechen von einer "Bromance", die den Fußball zunehmend für politische Zwecke instrumentalisiere. Demnach nutze Trump die Weltmeisterschaft als Bühne für seine Selbstdarstellung, während Infantino die Nähe zum mächtigsten Politiker des Gastgeberlandes suche, um FIFA-Projekte und wirtschaftliche Interessen voranzutreiben. Kritiker befürchten, dass dadurch die politische Neutralität des Weltverbands verloren geht.

Wie verteidigt sich die FIFA? Infantino betont, Gespräche mit Staats- und Regierungschefs gehörten zu seinen Aufgaben. Die FIFA verweist darauf, dass sämtliche sportrechtlichen Entscheidungen unabhängig getroffen würden. Auch im Fall Balogun hätte Trumps Anruf keinen Einfluss auf das Verfahren gehabt.

NORDSEE-ZWISCHENFALL Russen kamen Briten-Schiff zu nahe

Worum geht es? Ein Zwischenfall in der Nordsee verschärft die Spannungen zwischen Russland und der NATO. Ein russisches Aufklärungsflugzeug ist einem britischen Flugzeugträger ungewöhnlich nahe gekommen und hat dabei zahlreiche Sonarbojen ins Meer abgeworfen. Das britische Verteidigungsministerium spricht von einem "unsicheren und unprofessionellen" Verhalten. Kampfjets stiegen auf und begleiteten das russische Flugzeug aus dem Einsatzgebiet.

Was ist passiert? Der Vorfall ereignete sich am 2. Juli in der Norwegischen See. Ein russisches Seeaufklärungsflugzeug vom Typ Tu-142 "Bear-F" näherte sich mehrfach der britischen Flugzeugträgergruppe um die HMS Prince of Wales und flog dabei in geringer Höhe über den Verband. Nach britischen Angaben reagierte die russische Besatzung nicht auf Funkkontakte. Daraufhin starteten zwei F-35-Kampfjets vom Flugzeugträger und eskortierten das Flugzeug aus der Nähe des Verbandes.

Was sind Sonarbojen? Sonarbojen – auch Sonobojen genannt – sind kleine Messgeräte, die von Flugzeugen ins Meer abgeworfen werden. Sie treiben an der Wasseroberfläche und verfügen über Unterwassermikrofone, mit denen Geräusche von U-Booten aufgezeichnet und an das Flugzeug übertragen werden. Sie gehören zu den wichtigsten Hilfsmitteln der U-Boot-Jagd.

Warum war das Abwerfen der Bojen ungewöhnlich? Nach britischer Darstellung ließ die russische Maschine ungewöhnlich viele Sonarbojen in unmittelbarer Nähe des Flugzeugträgers ins Wasser. Die Royal Navy wertet dies als gezielten Versuch, mögliche NATO-U-Boote aufzuspüren, die den Trägerverband begleiten. Gleichzeitig könnte Russland damit Informationen über die Einsatzweise westlicher Marineverbände sammeln.

Warum ist die HMS Prince of Wales so wichtig? Sie ist der modernste Flugzeugträger der Royal Navy und das Flaggschiff der britischen Trägerkampfgruppe. Der Verband operiert derzeit im Rahmen einer NATO-Mission im Nordatlantik und in der Arktis, um die Präsenz des Bündnisses in der Region zu verstärken.

Wie reagierte Großbritannien? Das britische Verteidigungsministerium verurteilte das Verhalten der russischen Besatzung scharf. Die Annäherung sei "unsicher und unprofessionell" gewesen. Verteidigungsminister Dan Jarvis erklärte, Großbritannien werde seine Schiffe und Verbündeten weiterhin entschlossen schützen.

Ist so etwas ungewöhnlich? Abfangmanöver zwischen russischen und NATO-Flugzeugen kommen regelmäßig vor. Dass ein russisches Aufklärungsflugzeug jedoch Sonarbojen direkt neben einem Flugzeugträgerverband ausbringt, gilt als deutlich provokativer. Militärische Beobachter sehen darin eine Kombination aus Aufklärung, Machtdemonstration und psychologischer Abschreckung.

KANADA MODERNISIERT FLOTTE 12 neue U-Boote aus Deutschland

Worum geht es? Kanada setzt bei der Modernisierung seiner Marine auf Deutschland: Die Regierung in Ottawa hat beschlossen, bis zu zwölf U-Boote beim Kieler Rüstungsunternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu bestellen. Der Auftrag gilt als der größte in der Geschichte des Unternehmens und als eines der bedeutendsten Rüstungsprojekte Kanadas.

Was hat Kanada beschlossen? Premierminister Mark Carney gab bekannt, dass sich Kanada für das deutsch-norwegische U-Boot-Modell 212CD entschieden hat. Den Zuschlag erhielt TKMS nach einem monatelangen Bieterverfahren gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean. Die neuen Boote sollen die veraltete Victoria-Klasse der kanadischen Marine ersetzen.

Wie groß ist der Auftrag? Gebaut werden sollen bis zu zwölf U-Boote. Der reine Beschaffungswert wird auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt. Rechnet man Wartung, Modernisierung und Betrieb über mehrere Jahrzehnte hinzu, könnte das Gesamtvolumen auf umgerechnet mehr als 60 Milliarden Euro anwachsen. Das wäre der größte Rüstungsauftrag, den Kanada jemals vergeben hat.

Warum fiel die Wahl auf Deutschland? Die U-Boote des Typs 212CD gelten als besonders leise und schwer zu orten. Dank moderner Brennstoffzellen- und Batteriesysteme können sie wochenlang unter Wasser bleiben, ohne auftauchen zu müssen. Außerdem werden sie bereits von Deutschland und Norwegen beschafft. Das erleichtert gemeinsame Ausbildung, Wartung und Einsätze innerhalb der NATO.

Welche Rolle spielte die Politik? Die deutsche Bundesregierung hatte sich intensiv für den Auftrag eingesetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius und weitere Regierungsmitglieder warben in den vergangenen Monaten mehrfach persönlich für das deutsche Angebot. Merz bezeichnete die Entscheidung als "starkes Zeichen" der transatlantischen Zusammenarbeit.

Was bedeutet der Auftrag für Deutschland? Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag der Firmengeschichte. Ein erheblicher Teil der Produktion soll in Kiel und auf der Werft in Wismar erfolgen. Das Unternehmen rechnet mit langfristiger Auslastung und zusätzlichen Arbeitsplätzen. Auch zahlreiche Zulieferbetriebe dürften von dem Großauftrag profitieren.

Warum investiert Kanada so viel Geld? Kanada möchte seine Streitkräfte umfassend modernisieren – insbesondere mit Blick auf die Arktis. Durch den Klimawandel gewinnen die nördlichen Seewege zunehmend an strategischer Bedeutung. Gleichzeitig will das Land seine Verteidigungsfähigkeit stärken und die NATO-Ausgabenziele erfüllen. Moderne U-Boote gelten dabei als wichtiger Baustein.

Wann werden die U-Boote geliefert? Die ersten Boote sollen voraussichtlich Anfang der 2030er-Jahre in Dienst gestellt werden. Da es sich um ein sehr komplexes Rüstungsprojekt handelt, wird sich die Auslieferung über viele Jahre erstrecken. Die neuen U-Boote sollen die kanadische Marine bis weit in die zweite Hälfte des Jahrhunderts hinein verstärken.

VOR NATO-GIPFEL IN ANKARA Bekommt Türkei F-35-Kampfjets?

Worum geht es? US-Präsident Donald Trump erwägt, der Türkei wieder den Zugang zum Kampfjet F-35 zu ermöglichen. Das wäre eine Kehrtwende in der amerikanischen Sicherheitspolitik: Die Türkei war 2019 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen worden, nachdem sie das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Trumps Überlegungen sorgen nun für Widerstand im US-Kongress und bei engen Verbündeten wie Israel und Griechenland.

Warum wurde die Türkei damals ausgeschlossen? Die USA befürchteten, dass das russische S-400-System sensible Daten über die Tarnkappentechnik des F-35 sammeln und möglicherweise an Russland weitergeben könnte. Deshalb wurde die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen, obwohl sie bereits rund 1,4 Milliarden US-Dollar eingezahlt und bis zu 100 Flugzeuge bestellen wollte.

Warum denkt Trump jetzt über eine Rückkehr nach? Trump pflegt seit Jahren ein gutes Verhältnis zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Vor dem NATO-Gipfel in Ankara deutete er an, er wolle Schritte unternehmen, "die Erdoğan sehr glücklich machen würden". Neben der Lieferung von F-110-Triebwerken wird deshalb auch eine Wiederaufnahme der Gespräche über F-35-Jets geprüft.

Ist die Entscheidung schon gefallen? Nein. Nach Angaben der US-Regierung laufen derzeit Prüfungen im Pentagon und in den zuständigen Behörden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Lockerung der bisherigen Beschränkungen erfüllt wären. Eine endgültige Entscheidung gibt es bislang nicht.

Warum gibt es Widerstand? Vor allem im US-Kongress stößt der Plan auf Skepsis. Republikaner und Demokraten erinnern daran, dass die Sanktionen gegen die Türkei gesetzlich verankert wurden. Sie argumentieren, Ankara halte das russische S-400-System weiterhin vor und erfülle deshalb die Voraussetzungen für eine Rückkehr in das F-35-Programm nicht.

Warum sorgt Israel für Kritik? Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Trump öffentlich aufgefordert, keine F-35 an die Türkei zu liefern. Er befürchtet, dass moderne Tarnkappenjets das militärische Gleichgewicht im Nahen Osten verändern könnten. Zudem verweist Israel auf die zuletzt stark verschlechterten Beziehungen zu Ankara und Erdoğans Kritik an der israelischen Regierung.

Welche Bedeutung hätte eine Rückkehr der Türkei? Die Türkei verfügt über die zweitgrößte Armee der NATO und gilt wegen ihrer Lage zwischen Europa, dem Nahen Osten und dem Schwarzen Meer als strategisch besonders wichtig. Eine Wiederaufnahme in das F-35-Programm könnte die militärische Zusammenarbeit mit den USA stärken, würde aber zugleich neue Spannungen innerhalb des Bündnisses und mit regionalen Partnern auslösen.

BEI LONDON-BESUCH Prinz Harry darf nicht im Palast schlafen

Worum geht es? Prinz Harrys Reise nach Großbritannien wird von einem neuen Streit mit dem Königshaus überschattet. Kurz vor seiner Ankunft in London entbrannte eine öffentliche Auseinandersetzung darüber, ob der Herzog von Sussex während seines Aufenthalts in einer königlichen Residenz übernachten darf. Beide Seiten schildern den Ablauf unterschiedlich – ein weiteres Zeichen für das angespannte Verhältnis innerhalb der Royals.

Was ist passiert? Harry reist diese Woche zu mehreren Wohltätigkeitsterminen nach London und Birmingham. Zunächst erklärte sein Sprecher, der Prinz habe eine Einladung angenommen, während seines Aufenthalts in einer königlichen Residenz – Berichten zufolge im Buckingham Palace – zu wohnen. Wenig später widersprach der Palast: Harry werde dort doch nicht übernachten.

Warum kam es zum Streit? Nach Darstellung des Buckingham-Palasts reagierte Harry zunächst nicht rechtzeitig auf das Übernachtungsangebot. Später habe er die Einladung zunächst abgelehnt und anschließend doch noch zugesagt – zu spät, um den Aufenthalt organisatorisch vorzubereiten.

Sieht Harry das genauso? Nein, Harrys Sprecher weist diese Darstellung zurück. Demnach habe der Prinz erst alternative Sicherheitsvorkehrungen organisieren müssen und die Einladung anschließend formell angenommen. Erst danach sei das Angebot kurzfristig zurückgezogen worden.

Welche Rolle spielt die Sicherheit? Die Sicherheitsfrage begleitet Harry seit seinem Rückzug als arbeitendes Mitglied der Königsfamilie im Jahr 2020. Weil ihm in Großbritannien kein dauerhafter staatlicher Polizeischutz mehr zusteht, organisiert er bei Besuchen private Sicherheitsmaßnahmen. Deswegen reisen Ehefrau Meghan sowie die Kinder Archie und Lilibet diesmal nicht mit ihm.

Warum wird auch ein Gerichtsverfahren erwähnt? Zeitgleich mit Harrys Aufenthalt wird ein Urteil in seinem Verfahren gegen den Verlag der Daily Mail erwartet. Nach Angaben des Palasts wollte König Charles jede Situation vermeiden, die den Eindruck erwecken könnte, das Königshaus stehe in Verbindung mit einem laufenden Gerichtsverfahren. Harrys Sprecher hält diese Begründung für wenig überzeugend und betont, der Gerichtstermin sei seit Langem bekannt gewesen.

Wird Harry seinen Vater treffen? Offiziell ist das bislang nicht bestätigt. Medien hatten über ein mögliches Treffen zwischen Harry und König Charles spekuliert. Der neue Streit um die Unterkunft lässt jedoch Zweifel daran aufkommen.

UNFALLURSACHE FLIEGE Busfahrer wollte das Tier verscheuchen

Worum geht es? Eine Fliege hat im nordrhein-westfälischen Viersen einen Busunfall mit vier Verletzten verursacht. Der Busfahrer versuchte während der Fahrt, das Insekt zu verscheuchen, verlor dabei kurzzeitig die Kontrolle über den Linienbus und prallte gegen einen Zaun. Vier Fahrgäste wurden leicht verletzt.

Was ist passiert? Der Unfall ereignete sich am Montagmorgen. Nach Angaben der Polizei fühlte sich der 54-jährige Busfahrer von einer Fliege gestört. Als er versuchte, das Insekt während der Fahrt zu vertreiben, kam der Bus von der Fahrbahn ab und fuhr in einen Zaun.

Wer wurde verletzt? Durch das abrupte Ausweichmanöver und den Aufprall stürzten mehrere Fahrgäste im Bus. Verletzt wurden drei Frauen im Alter zwischen 36 und 49 Jahren sowie ein vierjähriges Kind. Alle erlitten leichte Verletzungen und wurden medizinisch versorgt. Der Busfahrer blieb unverletzt.

War außer der Fliege noch etwas beteiligt? Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen nicht. Die Polizei geht davon aus, dass ausschließlich der Versuch, die Fliege zu verscheuchen, zum Kontrollverlust führte. Hinweise auf einen technischen Defekt oder die Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer gibt es bislang nicht.

Wie häufig sind solche Unfälle? Ablenkung zählt zu den häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Meist sind dabei Mobiltelefone, Navigationsgeräte oder Gespräche verantwortlich. Der Fall ist ungewöhnlich, weil die Ablenkung von einem Insekt ausging – dennoch zeigen Experten, dass bereits wenige Sekunden Unaufmerksamkeit ausreichen können, um die Kontrolle über ein Fahrzeug zu verlieren.

PROBLEM STREAMING-AUSWAHL Pro Jahr gehen mehrere Tage drauf

Worum geht es? Viele Menschen verbringen inzwischen erstaunlich viel Zeit damit, überhaupt erst auszuwählen, was sie streamen möchten. Eine neue repräsentative Studie kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem jüngere Nutzer jedes Jahr mehrere Tage allein mit der Suche nach einer Sendung verbringen. Verantwortlich ist vor allem die riesige Auswahl an Streamingdiensten und Mediatheken.

Was hat die Studie untersucht? Für die Studie "Screens in Motion" befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov rund 2.000 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland. Untersucht wurde das Nutzungsverhalten bei sogenannten Bewegtbildinhalten – also Filmen, Serien, Dokumentationen, Sport, Nachrichten und Online-Videos auf Streamingdiensten, Mediatheken und Plattformen wie YouTube.

Wie viel Zeit geht für die Auswahl verloren? Am längsten suchen die 16- bis 29-Jährigen. Sie benötigen im Durchschnitt 19 Minuten, bis sie sich für einen Inhalt entschieden haben. Hochgerechnet auf tägliches Streaming entspricht das 4,8 Tagen pro Jahr. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es rund 15 Minuten bzw. 3,8 Tage, Menschen über 50 benötigen im Schnitt acht Minuten oder zwei Tage jährlich.

Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Ja. Männer verbringen laut der Studie etwas mehr Zeit mit der Auswahl als Frauen: 15 statt 13 Minuten pro Streaming-Sitzung. Über ein Jahr gerechnet summiert sich das auf etwa 3,8 gegenüber 3,3 Tagen.

Warum fällt die Entscheidung vielen so schwer? Experten sprechen von einer Art "Entscheidungsmüdigkeit". Während das Angebot an Streamingdiensten und Inhalten stetig wächst, fällt es vielen Nutzern zunehmend schwer, sich auf einen Film oder eine Serie festzulegen. Statt sofort etwas anzusehen, wird oft minutenlang durch Vorschläge gescrollt. Dieses Phänomen wird auch als "Choice Overload" bezeichnet – zu viele Optionen erschweren die Entscheidung.

Was hilft bei der Auswahl? Nach Angaben der Studie sagen 68 Prozent der Befragten, dass ihnen die Entscheidung leichter fällt, wenn sie vorher etwas über einen Film oder eine Serie gelesen haben – etwa eine Inhaltsangabe, eine Kritik oder eine Empfehlung.

Ist das ein allgemeiner Trend? Ja. Auch andere aktuelle Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Die Zahl der Streamingangebote wächst weiter, gleichzeitig fühlen sich viele Nutzer von der Vielzahl an Plattformen und Inhalten überfordert. Medienforscher beobachten deshalb, dass Menschen bewusster auswählen, häufiger Empfehlungen nutzen und teilweise sogar weniger Streamingdienste abonnieren, um die Auswahl überschaubar zu halten.

EBOLA-AUSBRUCH IM KONGO Schon mehr als 500 Todesopfer

Worum geht es? Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich weiter dramatisch. Erstmals seit Beginn der Epidemie wurden mehr als 500 Todesfälle bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer der schwersten Ebola-Krisen der vergangenen Jahre. Besonders problematisch ist, dass der aktuelle Virusstamm weder durch vorhandene Impfstoffe noch durch zugelassene Medikamente wirksam bekämpft werden kann.

Wie ist die aktuelle Lage? Nach Angaben der kongolesischen Behörden gibt es inzwischen 1.561 bestätigte Ebola-Fälle, davon 506 Todesfälle. Gleichzeitig befinden sich mehr als 600 Menschen in Behandlung, rund 250 Erkrankte gelten als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt jedoch weiter an.

Warum breitet sich das Virus so schnell aus? Der Ausbruch konzentriert sich zwar weiterhin auf die Provinz Ituri im Osten des Landes, hat sich inzwischen aber auch auf Nord- und Süd-Kivu sowie nach Uganda ausgebreitet. Die Bekämpfung wird durch bewaffnete Konflikte, ein schwaches Gesundheitssystem und Misstrauen vieler Menschen gegenüber Behörden und Hilfsorganisationen erschwert. Immer wieder fliehen Infizierte aus Isolationsstationen oder verweigern Behandlungen.

Warum ist dieser Ebola-Ausbruch besonders gefährlich? Ausgelöst wird die Epidemie durch das seltene Bundibugyo-Ebolavirus. Gegen diesen Virustyp gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine speziell entwickelte Therapie. Die vorhandenen Ebola-Impfstoffe schützen nur gegen andere Virusvarianten. Deshalb können die üblichen Impfkampagnen diesmal nicht eingesetzt werden.

Gibt es dennoch Hoffnung auf eine Behandlung? Ja. Seit wenigen Tagen läuft im Kongo eine internationale klinische Studie mit zwei experimentellen Medikamenten. Dabei wird untersucht, ob ein neu entwickelter Antikörper – allein oder in Kombination mit dem Medikament Remdesivir – den Krankheitsverlauf verbessern kann. Die WHO bezeichnet die Studie als wichtigen Schritt, Ergebnisse werden jedoch erst in einigen Monaten erwartet.

Welche weiteren Probleme kommen hinzu? Zusätzlich drohen Teile des Gesundheitssystems auszufallen. Beschäftigte in Ebola-Behandlungszentren haben wegen ausbleibender Gehaltszahlungen, schlechter Arbeitsbedingungen und fehlender Ausrüstung mit Streiks gedroht. Experten warnen, dass dies die Eindämmung des Ausbruchs erheblich erschweren könnte.

Wie wird Ebola übertragen? Das Virus verbreitet sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Verstorbener sowie über kontaminierte Gegenstände. Es ist nicht über die Luft übertragbar. Typische Symptome sind hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall und innere sowie äußere Blutungen. Ohne schnelle Behandlung verläuft die Krankheit häufig tödlich.

Besteht eine Gefahr für Europa? Die WHO bewertet das Risiko für Europa derzeit als gering. Einzelne importierte Fälle sind zwar möglich, eine unkontrollierte Ausbreitung gilt wegen der bestehenden Gesundheits- und Überwachungssysteme jedoch als sehr unwahrscheinlich. Das Hauptproblem bleibt die Lage in den betroffenen Regionen Zentralafrikas.

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