Worum geht es? Die 100 größten Öl- und Gaskonzerne der Welt erzielten im ersten Monat des US-israelischen Krieges im Iran stündlich über 30 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Gewinnen. Das ergab eine Analyse des Guardian.
Was ist der Hintergrund? Der Konflikt treibt die Preise in die Höhe. Das Fass Rohöl kostet seit ein paar Wochen um die 100 US-Dollar. Vor allem: Es wird nach dem Krieg Wochen bis Monate dauern, um die Versorgung auf das Niveau von davor zu bekommen.
Was bedeutet das? Die Unternehmen werden bis zum Jahresende laut Guardian 234 Milliarden US-Dollar verdienen. Vorausgesetzt, der Ölpreis liegt weiterhin durchschnittlich bei 100 US-Dollar.
Wie wurde das errechnet? Die Analyse basiert auf Daten des führenden Informationsdienstleisters Rystad Energy, die von Global Witness ausgewertet wurden.
Wird da gegengesteuert? Die höheren Preise für Öl und Gas belasten Private, vor allem aber auch Unternehmen. Die EU-Kommission plant, nächste Woche ein Maßnahmenpaket vorzulegen.
Welche Rolle spielt Österreich? Die Finanzminister Deutschlands, Spaniens, Italiens, Portugals und Österreichs haben den Antrag gestellt, "ein klares Signal zu senden, dass diejenigen, die von den Folgen des Krieges profitieren, ihren Beitrag zur Entlastung der Allgemeinheit leisten müssen".
Worum geht es? Scott Kirby, Vorstandsvorsitzender von United Airlines Holdings Inc., hat eine mögliche Fusion mit der American Airlines Group Inc. ins Gespräch gebracht, berichtet Bloomberg.
Warum ist das relevant? Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde die größte Fluggesellschaft der Welt schaffen. Das Duo würde einen Marktanteil von über 34 Prozent haben und den derzeitigen US-Marktführer Delta (17,8 Prozent) deutlich übertreffen.
Woher weiß man von den Plänen? Weil Kirby bei einem Treffen mit Präsident Trump im vergangenen Monat die Idee einer Fusion mit American Airlines ins Gespräch brachte.
Was hat Trump damit zu tun? Formal nichts, aber Fusionen von Fluggesellschaften müssen sowohl vom Justizministerium als auch vom Verkehrsministerium genehmigt werden. Und da kommt Trump ins Spiel.
Weil? Viele der ranghöchsten Kartellbeamten und Staatsanwälte des US-Justizministeriums wurden zuletzt ausgetauscht. Lobbyisten wissen, dass sie sich nun direkt an die Führungsspitze des Justizministeriums oder an Trump selbst wenden müssen, wenn sie etwas erreichen wollen.
Worum geht es? So schnell kann es gehen. Eben noch waren Donald Trump und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán politisch ein Herz und eine Seele. Nun rückt der US-Präsident von seinem Unterstützer ab.
Wie das? In einem Interview mit dem ABC News Reporter Jonathan Karl äußerte sich Donald Trump zu den Entwicklungen in Ungarn nach der Wahl. "Ich glaube, der Neue wird seine Sache gut machen – er ist ein guter Mann," sagte er.
Und zu Orbán? "Er lag deutlich zurück", sagte Trump. "Ich war da nicht so involviert. Viktor ist aber ein guter Mann." Auch die Bedeutung der Reise von Vizepräsident JD Vance kurz vor der Wahl spielte er herunter.
Wäre er selbst besser gewesen? Trump sagte dem Reporter, er wisse nicht, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn er anstelle von Vizepräsident JD Vance nach Ungarn gereist wäre, um dort für Orbán Wahlkampf zu machen.
Was macht Magyar? Der künftige Regierungschef zeigte in mehreren Interviews auf, wohin die Reise mit ihm gehen wird. Zum Amtsantritt möchte er die Nachrichtenprogramme der "Propagandamedien" aussetzen.
Was ist gemeint? Orbán hatte die öffentlich-rechtlichen Sender auf Regierungslinie gebracht. Das will Magyar nun rückabwickeln.
Geht das rechtlich? Darauf sprach ihn eine (betroffene) Moderatorin an. Magyar zu ihr: "Sie sind den Verpflichtungen des Mediengesetzes nicht nachgekommen. (…) Wenn Sie mir hier Gesetzesverstöße vorwerfen, dann ist es so, als würde ein Ladendieb nach der Polizei rufen."
Worum geht es? Am 20. Februar hatte der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Trump verhängten Zölle gegen viele Handelspartner für unzulässig erklärt. Die Regierung fügte sich, allerdings war es nur eine Pause.
Warum? Laut aktuellen Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent könnten die Trump-Zölle mit Anfang Juli 2026 wieder eingeführt bzw. erhöht werden.
Plötzlich wieder erlaubt? Bessent meinte, die Regierung arbeite daran, die höheren Zölle auf anderer Rechtsbasis neu einzuführen. Etwa als Maßnahmen gegen Länder mit "unfairen Handelspraktiken".
Was ist damit gemeint? Der Trade Act of 1974 macht das möglich. Er war bereits Grundlage für viele frühere China-Zölle. Sie können verhängt werden, wenn Staaten Dumping betreiben oder hohe Subventionen gewähren, die einen fairen Handel verunmöglichen.
Was heißt das jetzt? Die US-Regierung hatte bei den Zöllen eine Pause von 150 Tagen eingeräumt. Sie läuft im Juli aus. Bis dahin gilt ein globaler Zusatz-Zoll von 10 Prozent auf fast alle Importe.
Worum geht es? Der Aktienkurs des Luxusgüterkonzerns Hermès brach am Mittwoch um bis zu 14 Prozent ein. Das Unternehmen hatte enttäuschende Umsatzzahlen für das erste Quartal veröffentlicht.
Was ist der Hintergrund? Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Umsätze im Nahen Osten, dem zuvor am schnellsten wachsenden Markt des französischen Unternehmens, um 6 Prozent gesunken, da Konsumenten Einkaufszentren und Flughäfen meiden.
Gibt es auch anderswo Probleme? Auch in Europa gingen die Umsätze zurück, was das Unternehmen auf die geringere Anzahl von Touristen in Paris und London zurückführte.
Muss man sich Sorgen machen? Mitnichten. Hermès lieferte keine schlechten Zahlen, sie blieben nur unter den Erwartungen. Also: Der Umsatz betrug ca. 4,1 Milliarden Euro, das Wachstum 5,6 Prozent (währungsbereinigt). Die Erwartung lag aber bei 7 Prozent.
Worum geht es? Um einen Anlass, den es zu feiern galt, aber der Tag dafür war der genau falsche. Die deutsche Lufthansa-Gruppe wurde 100 Jahre alt. Der Festakt dazu stieß aber an eine Grenze – Streik.
Was ist die Vorgeschichte? Die Party geht schon ein paar Wochen. Sechs Flugzeuge wurden sonderlackiert, Airports mit Reklame zugepflastert, zwei Sondermaschinen flogen die historischen Originalrouten nach. Mittwoch sollte der Höhepunkt sein.
Aber? Die Lufthansa hat gerade Streikwoche. Montag und Dienstag streikten die Piloten, Mittwoch und Donnerstag streikt das Kabinenpersonal. Das schlankte das Geburtstagsfest ab, weil viele Gäste nicht anreisten konnten – die Flieger fehlten.
Was war geplant? Laut Spiegel ein Festakt im neuen "Hangar One" am Frankfurter Flughafen, mit Bundeskanzler Friedrich Merz als Ehrengast. "Dresscode: Business. Einlass: 13.30 Uhr. Treffpunkt für Anreisende: Abflugebene, Terminal 1, Halle A, Check-in-Schalter 136."
Wer kam? Merz jedenfalls, denn der Kanzler hat einen Vorteil: Die Flugbereitschaft des Bundes, die immer eine Maschine für Spitzenpolitiker bereithält. Der Rest kam gar nicht. Oder musste die Konkurrenz nutzen.
Worum geht es? Der US-Streamer Johnny Somali (bürgerlich: Ramsey Khalid Ismael) ist in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Mehrere seiner Live-Streaming-Aktionen im Land zogen strafrechtliche Konsequenzen nach sich.
Was ist passiert? Johnny Somali wurde in Südkorea vor allem durch seine provokativen "IRL-Streams" (In-Real-Life-Streaming) bekannt. Dabei filmte er sich wiederholt in öffentlichen Räumen.
Was war das Problem? Er führte Aktionen durch, die von vielen als störend, respektlos oder gezielt provokant empfunden wurden. Ziel dieser Aktionen war nach Ansicht der Ermittler oft, Aufmerksamkeit und Klicks für seine Online-Kanäle zu erzeugen.
Was waren die Vorwürfe? Störung der öffentlichen Ordnung (z. B. in Geschäften), Belästigung von Passanten während Livestreams, unangemessenes Verhalten in öffentlichen Räumen, das gezielt auf Eskalation ausgelegt war, Verbreitung sexualisierter Darstellungen.
Was brach ihm das Genick? Im Oktober 2024 lud Somali ein Video hoch. Es zeigt ihn, wie er die sogenannte Friedensstatue in Seoul küsst und anzüglich tanzt.
Was ist die Friedensstatue? Ein Bronze-Mahnmal, das an die "Trostfrauen" erinnern soll. 200.000 Mädchen und Frauen wurden während des Zweiten Weltkriegs durch das japanische Militär verschleppt und sexuell versklavt.
Was passierte danach? Es wurden Ermittlungen eingeleitet, Somali durfte das Land nicht verlassen. Nun folgte das Urteil.
Fiel es hart aus? Nein, es drohte eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Aber der Streamer zeigte Reue. "Ich will mich beim koreanischen Volk entschuldigen. Ich möchte mein Leben ändern und ein besserer Mensch werden", sagte er vor Gericht.
Worum geht es? Die britische Labour-Abgeordnete Samantha Niblett (46) will mit einer ungewöhnlichen Kampagne für Aufmerksamkeit sorgen, die in britischen Medien derzeit breit diskutiert wird.
Nämlich? Unter dem Motto "Yes Sex Please, We’re British!" wirbt sie für einen sogenannten "Summer of Sex", der sich mit offenerer und modernerer Sexualaufklärung beschäftigen soll.
Was ist der Gedanke? Im Mittelpunkt ihrer Initiative steht die Idee, Sexualität in der öffentlichen Debatte weniger tabuisiert zu behandeln und stärker auf Themen wie Einvernehmlichkeit, Beziehungen, sexuelle Gesundheit und Wohlbefinden einzugehen.
Was plant sie? Etwa eine Ausstellung von Sexspielzeug im britischen Parlament. Diese Idee ist laut ihrer Darstellung nicht als Provokation gedacht, sondern als Gesprächsanstoß, um über Sexualität offener zu sprechen und gesellschaftliche Scham abzubauen.
Reaktionen? Gemischt. Unterstützer sehen darin einen progressiven Ansatz, der moderne Sexualpädagogik fördert und wichtige gesellschaftliche Themen enttabuisiert. Kritiker hingegen halten die Idee für unangebracht im Umfeld des Parlaments.
Wie sieht sich Niblett selbst? "Es ist witzig, nur weil ich eine Kampagne zur Sexualaufklärung mache, heißt das nicht, dass ich eine besonders selbstbewusste, sexuell extravagante Person bin. Das bin ich nicht. Ich wünschte, ich wäre es", sagt sie in der Times.
Persönliche Interessen? "Ich hoffe, dass dieser Sommer voller Sex auch eine Lehre für mich sein wird", sagte Niblett. Die Kampagne betreibt sie zusammen mit Cindy Gallop. Die "Sextech"-Unternehmerin hat MakeLoveNotPorn, eine Website für Erwachsenenvideos, gegründet.
























































