Zehn Minuten dauerte die Rede von US-Präsident Joe Biden an die Nation, ausgestrahlt wurde sie Mittwoch Abend um 20 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste (2 Uhr Früh in Europa). Der Präsident sprach aus seinem Amtszimmer, dem Oval Office, er las vom Teleprompter ab, dennoch verhaspelte sich Biden einige Male. Er lobte zunächst seine Vize, Kamala Harris, in höchsten Tönen: "Sie hat Erfahrung. Sie ist zäh. Sie ist fähig." Harris sei in den vergangenen Regierungsjahren eine "unglaubliche Partnerin" für ihn und eine Führungspersönlichkeit für das Land gewesen. "Jetzt liegt die Wahl bei Ihnen, dem amerikanischen Volk", sagte er. Harris wird mit großer Wahrscheinlichkeit die demokratische Kandidatin für die Präsidentschaftswahl am 5. November werden, ihre offizielle Kür steht aber noch aus.
Danach wurde der Präsident emotional: "Es war das Privileg meines Lebens, dieser Nation seit über 50 Jahren zu dienen", erklärte Biden. Nirgendwo sonst auf der Welt könne ein Kind mit einem Stotter-Problem aus bescheidenen Verhältnissen zum höchsten Amt im Staat aufrücken. Das sei es, was Amerika so besonders macht: "Wir sind eine Nation der Verheißungen und Möglichkeiten, der Träumer und Macher, der gewöhnlichen Amerikaner, die außergewöhnliche Dinge tun." Er habe sein Herz und seine Seele in den Dienst der Nation gestellt, im Gegenzug sei er gesegnet worden mit der Liebe und Unterstützung des amerikanischen Volkes: "Ich hoffe, Sie haben eine Vorstellung davon, wie dankbar ich Ihnen allen bin."
Schließlich erklärte Biden, dass er sehr wohl gedenke, seine Aufgaben als Präsident bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit am 20. Jänner 2025 wahrzunehmen – nach seiner Ankündigung vom vergangenen Sonntag, seine Kandidatur für die Wahl am 5. November zurückzuziehen, kamen zahlreiche Aufforderungen, auch als Präsident umgehen zurückzutreten. Biden erklärte jedoch, er wolle sich in den kommenden Monaten ganz seinem Amt widmen. In seinem Fokus stünden eine Senkung der Verbraucherpreise, die Wirtschaft anzukurbeln sowie persönliche Freiheitsrechte und Bürgerrechte zu verteidigen. Er werde außerdem weiter gegen die Klimakrise kämpfen, die NATO zusammenhalten und Wladimir Putin daran hindern, sich die Ukraine einzuverleiben.
Die gesamte Rede des Präsidenten
25. Juli 2024
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